DIE ERINNERUNG WACHHALTEN
Der 18. Januar ist seit einigen Jahren dem Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde gewidmet, da am 18. Januar 1940 die erste Deportation von der „Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar“ in eine Tötungsanstalt stattfand.
546 Kinder, Jugendliche, Frauen und Männer aus Schönbrunn sind in der Zeit des NS Regimes ermordet worden. Aus diesem Bewusstsein heraus findet jedes Jahr am 18.Januar eine Gedenkfeier in der Kirche St. Josef statt. Die Gedenkfeier wurde in diesem Jahr wieder von Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräften unserer Fachschule für Heilerziehungspflege vorbereitet und bewegend gestaltet.

Eine Kerze brennt seit dem frühen Morgen am Mahnmal An den Altarstufen ein Rosen-Kranz
Mit einfühlenden Worten trugen die Lernenden Biographien von zwei der Ermordeten vor und stellten den Historischen Kontext her. Mit bewegenden Worten gaben Sie persönliche Statements ab. In einem Korb an den Altarstufen befanden sich Holzherzen, die von einem Unterkurs der HEP gestaltet wurden. Jedes mit dem Namen eines der Schönbrunner Opfer. Sie stehen für die vielen Schicksale, die nicht in Vergessenheit geraten sollen.

Zum Abschluss nahmen alle Teilnehmenden eines der Holzherzen aus dem Korb und trugen diese zum Mahnmal und legten sie in den Korb mit einem weißen Blütenkranz. Dies als Zeichen der Erinnerung an die Menschen und als ein Zeichen des wieder „in-Gemeinschaft-Bringens“.
Der Geschäftsführer des Franziskuswerk, Herr Markus Holl, schloss seine Rede mit einem kurzen Ausschnitt einer Rede des Schweizer Schriftstellers Alexander Estis bei einer Gedenkfeier zu Erinnerung an die Zerstörung der Dresdner Synagoge im Rahmen der NS-Pogrome 1938:
„Wenn unsere Existenz Bedeutung haben soll, müssen wir wissen, wofür wir stehen. Sonst haben wir einen schlechten Stand.
Um zu wissen, wo wir stehen, müssen wir wissen, wer vor uns hier stand. Wir müssen verstehen, wofür wir einstehen müssen.
Wir müssen einstehen dafür, was wir verstanden haben“.
