Nachruf Schwester Maria Daniela Poller

Am vergangenen Montag, den 09. Februar 2026, verstarb im Alter von 81 Jahren unsere liebe Mitschwester Maria Daniela Poller. Ein ruhiges und friedvolles Hinübergehen in die ewige Heimat bei Gott war ihr geschenkt. Sie hat ihren irdischen Lebensweg vollenden dürfen, den sie in Bescheidenheit und Treue gegangen ist und in einem tiefen Vertrauen auf den liebenden und barmherzigen Gott, an den sie mit hoffendem Herzen geglaubt hat.

Schwester Maria Daniela wurde am 08. März 1944 in Egerdach im Landkreis Traunstein geboren und auf den Namen Magdalena getauft. Ihre Eltern Anna und Johann Poller schenkten sieben Kindern das Leben. Die Geschwister wuchsen gemeinsam auf dem elterlichen Bauernhof heran und blieben auch im Erwachsenenalter und nach der Gründung der eigenen Familien in gutem Kontakt. Nach dem Besuch der Volksschule und der ländlichen Berufsschule arbeitete die junge Magda, wie sie zuhause genannt wurde, im elterlichen Anwesen mit. Zwanzigjährig trat sie am 03. November 1964 als Kandidatin in unser Kloster ein. Bei der Einkleidung am 06. Januar 1966 erhielt sie den Ordensnamen Schwester Maria Daniela. Am 06. Januar 1968 legte sie die Erstprofess und am 29. Januar 1974 die ewige Profess, die Profess auf Lebenszeit ab.

Schwester Maria Daniela arbeitete nach ihrem Ordenseintritt zunächst ein halbes Jahr in der Landwirtschaft. Doch bereits im Mai des Jahres 1965 wechselte sie in die Assistenz und Pflege von Frauen mit teilweise sehr umfassendem Unterstützungsbedarf, sie war dabei in den Wohngruppen St. Elisabeth, St. Theresia und St. Kreszenz tätig. 31 Jahre lang erfüllte Schwester Maria Daniela diese Aufgabe mit viel Einfühlungsvermögen, Herzlichkeit und Liebe für die ihr anvertrauten Menschen. Mit der Qualifizierung zur Heilerziehungspflegerin und durch regelmäßige Fortbildungen eignete sie sich auch die hierfür erforderlichen fachlichen Kenntnisse an.

Ab Februar 2001 stellte sich Schwester Maria Daniela nochmals einer neuen Aufgabe und wechselte in die Betreuung und Pflege unserer Mitschwestern im Schwesternaltenheim St. Raphael. Wir bereits die vergangenen 20 Jahre im Franziskuswerk, so übernahm sie auch hier die besondere Verantwortung der Gruppenleitung. Schwester Maria Daniela war sehr geschätzt in ihrer Zugewandtheit und umsichtigen Sorge für die Schwestern. Ihre ruhige und ausgleichende Art in der Begegnung und so manches aufmunternde Wort im Gespräch trugen wesentlich zu einem guten Zusammenwirken aller Mitarbeitenden bei.

Zusätzlich zu den Aufgaben in der Pflege und Betreuung übernahm Schwester Maria Daniela die Dienste in der Sakristei der Kapelle von St. Raphael und in der Mitgestaltung der Liturgie und der Gebetszeiten der Schwestern und wirkte als Lektorin und Kommunionhelferin.

Die Teilnahme am gemeinschaftlichen Gebet war Schwester Maria Daniela immer wichtig. Auch im persönlichen Gebet, im stillen Verweilen vor dem Tabernakel und beim Gebet des Rosenkranzes, schöpfte sie Kraft für ihren Dienst an den Menschen.

Wir Mitschwestern durften in manchen Gesprächen, besonders im geistlichen Austausch zum Beispiel an unseren Besinnungstagen, an der Frömmigkeit und Glaubenskraft unserer Schwester Maria Daniela teilhaben. In schlichten Worten gab sie Einblick in ihr Beten und Denken und oft haben wir darin Bereicherung und Bestärkung für uns erfahren dürfen. Denn ihre Worte waren nicht einfach dahingesagt, sie waren oft durchbetete Gedanken, geteilte Lebens- und Glaubenserfahrung.

Wir alle erinnern uns auch gerne an die frohen und unbeschwerten Stunden zusammen mit unserer Schwester Maria Daniela. Wem fallen nicht schlagfertige Antworten von ihr ein, ihr trockener Humor, so manche Anekdote, die sie erzählen konnte, die Gedichte und Reime, die sie bei gemeinsamen Feiern vorgetragen hat.

Nicht ungesagt soll bleiben, dass Schwester Maria Daniela auch schwere Zeiten zu durchtragen hatte. Gerade einmal 29 Jahre alt wurde sie mit einer schweren Lungenerkrankung konfrontiert, die länger als ein Jahr andauerte. Ihre Augenerkrankung schränkte ihre Sehfähigkeit erheblich ein und erschwerte in Vielem ihren Alltag. Ein Unfall bei der Obsternte, der nicht nur erhebliche Schmerzen sondern auch die Sorge um den Erhalt ihres Gehvermögens mit sich brachte. All diese Erfahrungen trug Schwester Maria Daniela im Vertrauen auf Gottes Hilfe und Beistand. Leid und Angst waren da, doch immer verspürte sie Hoffnung und Zuversicht auf einen guten Ausgang, so erzählte sie es mir einmal vor Jahren.

Ihr Gottvertrauen wurde für Schwester Maria Daniela gerade in den letzten Lebensjahren zu einem besonders wichtigen Anker. Sie spürte deutlich, dass körperliche und geistige Kräfte nachließen und sie mehr und mehr auf die Hilfe der Mitschwestern und Mitarbeiterinnen angewiesen war. Es war ein schmerzliches Erkennen und wieder wollte Leid und Sorge bewältigt werden. Schwester Daniela fand Halt in ihrem Glauben und in der Erfahrung von Angenommensein und Zuwendung in allem Gebrechen. Ich danke allen Schwestern und Mitarbeiterinnen, die Schwester Maria Daniela in den vergangenen Jahren so aufmerksam und verständnisvoll unterstützt und begleitet haben. „Vergelt‘s Gott!“ für alle umsichtige und gewissenhafte Pflege, für die Wertschätzung in der Begegnung und für alle Fürsorge und Geduld.

Wir haben in das Sterbebild unserer Schwester Maria Daniela einen Vers aus dem Markusevangelium drucken lassen: „Der Herr ist auferstanden“. Glaubend dürfen wir vertrauen, dass der auferstandene Herr unserer Schwester Maria Daniela Leben in Fülle schenkt.

Aus dem Nachruf der Generaloberin Sr. M. Gabriele Konrad