2. Fastensonntag 2024

Der Engel – Abraham – sein Sohn Isaak – 1.Lesung: Gen 22,1-2.10-13, 15-18

Gott prüfte den Glauben Abrahams, er befahl ihm, den einzigen Sohn als Opfer darzubringen. Der Engel stoppt ihn in der Ausführung. Hat Gott solche Proben nötig, um zu wissen, was im Menschen ist?

Gott hat es nicht nötig; aber der Mensch kann ahnen, dass Gott groß ist und unbegreiflich anders; durch Schmerz und Verzicht kann der Mensch innerlich wachsen und reifen.

Dass Gottes Wege und Gedanken mitunter so völlig unverständlich und unbegreiflich sind, zeigt sich an der Feuerprobe Abrahams auf dem Berg Morija.

Nicht immer führen bei uns Gottes Herausforderungen zu einem so glücklichen Ausgang wie in der biblischen Erzählung, sondern es bleiben oft lebenslang offene Fragen und Wunden.

Erster Fastensonntag 2024

       Zeichen des Bundes: der Regenbogen – 1.Lesung: Gen 9,8-15

Damals hat Gott mit Noah, seinen Nachkommen und allen Lebewesen, die mit ihm aus der Arche kamen, den Bund der Treue für alle Zeiten geschlossen.

Als Zeichen dieses Bundes setzte Gott seinen Bogen in die Wolken, damit er uns Menschen immer wieder neu an seine unverbrüchliche Treue erinnert.

Für sämtliche Generationen besteht seither  dieser ewige Bund als Verbindung zwischen Gott und Mensch, Himmel und Erde.

An allen Tagen, besonders aber jeden Sonntag, soll dieses alte Zeichen als neuer Bund gefeiert werden durch die Hingabe Jesu in der Eucharistie.

Aus: Fastenkalender 2024 von Paul Weismantel

Aschermittwoch

                  Die Asche wird gesegnet

Mit dem Aschermittwoch beginnen die vierzig Tage der Vorbereitung auf die Feier des Todes und der Auferstehung Jesu Christi. Diese  österliche Bußzeit will uns anleiten, das eigene Leben zu überdenken und -wo nötig- die Weichen neu zu stellen.

Die österliche Bußzeit beginnt mit dem Auflegen des Aschenkreuzes. Dabei spricht der Priester: „Kehrt um, und glaubt an das Evangelium!“ oder: „Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.“

Mit dem Aschenkreuz empfangen wir ein sichtbares Mahnmal der Vergänglichkeit und unserer Bereitschaft zur Besinnung, zur Buße, zur Besserung. Gottes Segen begleite unseren Weg durch diese gnadenreichen 40 Tage.

Panzerknacker:innen aus Entenhausen zu Gast bei den Franziskanerinnen

   

Die Panzerknacker:innen von Entenhausen hatten offensichtlich Freigang und überraschten uns beim Mittagessen

mit einem fröhlichen Helau und teilten ihre „Beute“ freigebig mit uns Schwestern.

     

Zu guter Letzt trugen die wilden Kerle auch noch den erbeuteten Geldtresor herein, öffneten ihn, und, oh Wunder….

heraus kamen köstliche goldene Kugeln, die wir gleich miteinander verspeisten.

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Lustig schunkelten wir Schwestern mit den Panzerknacker:innen bei fetziger Musik, bildeten eine Polonaise

und tanzten eine flotte Polka.

Walt Disneys Onkel Dagobert hätte seine Freude gehabt.

Tag des geweihten Lebens an Maria Lichtmess

Schwestern tragen ihr Kerzlein zur Muttergottes in die Marienkapelle

40 Tage nach Weihnachten feiert die katholische Kirche den Herrn, der durch sein Eintreten in den Tempel seinem Volk entgegengeht. Das Fest „Darstellung des Herrn“ ist auch als „Mariä Lichtmess“ bekannt. An diesem Tag begeht die katholische Kirche weltweit den Tag des geweihten Lebens .„Meine Augen haben das Heil gesehen“ ruft der greise Simeon bei der Begegnung mit Jesus. Jesus sagt über sich selbst in Joh. 8,12: „Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht in der Finsternis untergehen, sondern wird das Licht des Lebens haben.“ Und in Mt. 5,13-16 sagt Jesus: „Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf einem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.“ Und:  So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“

Berufung leben heißt, selber Licht zu sein für die Menschen. Jede, jeder von uns kann ein Licht sein, das den gemeinsamen Weg erhellt. Wer sich auf den Weg macht, der erfährt Hilfe und Segen. Bei der morgendlichen Meditation haben wir, hat jede Schwester, nachgedacht, wie kann ich ganz persönlich dieses Licht -Glaube, Hoffnung und Liebe- zu den Menschen, denen ich begegne, weitertragen. Bei jeder Schwester brannte dazu symbolisch am Platz in der Kirche ein kleines Lichtlein. Dieses Lichtlein hat jede Schwester am Schluss der Meditation in die Marienkapelle zur Muttergottes getragen und um ihre Hilfe und Fürbitte gebeten. 

Erinnerung an die deportierten und ermordeten Bewohner:innen von Schönbrunn zu Zeiten des Nationalsozialismus

 

Der Werte-Regenbogen  –  Deportationsbus-Nachbildung in der Kirche St.Josef

Der 18. Januar ist seit einigen Jahren dem Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen „Euthanasie“-Morde gewidmet, da am 18. Januar 1940 die erste Deportation von der „Heil- und Pflegeanstalt Eglfing-Haar“ in eine Tötungsanstalt stattfand. Das Vergegenwärtigen dieses dunklen Kapitels unserer Schönbrunner Geschichte ist wesentlich für eine konsequente Erinnerungskultur. Die Gedenkfeier wurde in diesem Jahr von Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräften unserer Fachschule für Heilerziehungspflege in beeindruckender Weise vorbereitet und gestaltet. Sofort erkennbar war die Nachbildung eines dunklen Busses, wie sie zur Zwangsdeportation vorfuhren, in der Kirche aufgestellt, wo die Gedenkfeier stattfand. Dem gegenüber der Werte-Regenbogen zur Darstellung, dass die Mitarbeitenden des Franziskuswerk mit christlichen Werte wie Achtsamkeit, Respekt, Solidarität, Freiheit, Toleranz, Kreativität und Mut den menschenverachtenden Ideologien im HEUTE entgegentreten wollen.

Es ist den Verantwortlichen des Franziskuswerk  ein Anliegen, die notwendige Erinnerung an unsere Geschichte mit dem Hier und Heute zu verbinden, und dies auch bewusst in der Öffentlichkeit. So haben in Verbindung mit unserem Gedenktag schon kleine öffentliche Ausstellung stattgefunden oder die szenische Lesung mit den Münchner Kammerspielen. Mit Christian Springer konnte ein Kabarettist für den diesjährigen Gedenktag gewonnen werden, der sich seit vielen Jahren in seinen Bühnenprogrammen und weiteren Auftritten mit gesellschaftspolitische Entwicklungen und das Thema „Erinnern“ auseinandersetzt. Etwa 200 Interessierte hatten sich am 18.Januar im Ludwig-Thoma-Haus in Dachau zur Abend-Veranstaltung eingefunden. Christian Springer überzeugte mit gekonntem Kabarett, das mit biographischen und tiefsinnigen Lebensweisheiten gespickt war. 

Solange man bete, habe man Hoffnung!

Von Oktober eines Jahres bis Februar des kommenden Jahres, in den sog. dunklen Monaten, findet einmal im Monat am Abend von 19:00 bis 20:00 Uhr in unserer Klosterkirche das „Gebet am Abend“ statt. Die Kirche ist dunkel, nur an den Kirchenbänken leuchten die Teelichter in Gläsern. Die Stunde ist gefüllt mit Eucharistischer Anbetung, mit leiser Musik, mit Gesang, mit Kurzimpulsen und stiller Zeit. Etwa 25 Menschen haben sich am vergangenen Freitag wieder versammelt, um miteinander zu beten. „Solange man bete, habe man Hoffnung“, sagt der bekannte Benediktiner Anselm Grün. Hoffnung gebe ihm sein Glaube, sagt Anselm Grün. Er glaubt, und auch wir dürfen dies glauben, dass die Welt in den Händen Gottes ist, der auch durch Krisen und Kriege hindurch die Möglichkeit hat, immer wieder einen neuen Aufbruch zu bewirken.

Wir haben seinen Stern gesehen

       Aussendung der Sternsinger in der Klosterkirche St. Josef

„Wir haben seinen Stern gesehen und sind gekommen, dem Herrn zu huldigen.“ So lesen wir heute am Dreikönigstag in den liturgischen Texten. Gemeint sind die Sterndeuter, die auf der Suche nach dem neugeborenen Gottessohn dem Stern gefolgt waren und Jesus in der Krippe gefunden haben. Es ist langjährige Tradition, dass am Dreikönigstag Kinder und Jugendliche als die sog. „Heiligen Drei Könige“ durch Dörfer und Städter ziehen, von Haus zu Haus gehen und dort mit einem Lied die Menschen grüßen und um eine Spende für hilfsbedürftige Menschen bitten. Dabei segnen sie auch das Haus, indem sie auf die Türe die Worte schreiben 20*C+M+B+24. Das heißt „Christus+mansionem+benedicat“ Christus segne dieses Haus.

Ausstellungsbesuch im Diözesanmuseum Freising

Führung durch Frau Dr. de la Iglesia y Nikolaus                              Die Franziskustafel                    Die drei Zweige der Franziskanischen Familie (Kloster St. Anna München)

Die Sonderausstellung „San Francesco – Der Heilige aus Assisi“ lockte eine Gruppe von 18 Schwestern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am 03. Januar 2024 ins Diözesanmuseum nach Freising. Die Ausstellungskuratorin Frau Dr. Anna-Laura de la Iglesia y Nikolaus führte uns durch die reiche Sammlung frühester Franziskus-Darstellungen aus dem 13. Jahrhundert, wie beispielsweise die berühmte Franziskustafel aus Pescia und weiteren sehr bedeutenden barocken Werken eines Caravaggio oder Orazio Gentileschi. Auch zu zeitgenössischen Interpretationen in Film und Literatur konnten wir einen Eindruck gewinnen. Natürlich freuten wir uns ebenfalls, die Leihgaben mehrerer befreundeter Ordensgemeinschaften sehen zu dürfen.

Bei manchen aus der Gruppe wurden Erinnerungen an die Tage in Assisi im September vergangenen Jahres wach und die Freude darüber, die eine und andere Erkenntnis mit den Exponaten der Ausstellung verbinden und vertiefen zu können. So erlebten wir beides: Das eher stille Betrachten und auf sich wirken lassen und der Austausch über die Eindrücke und Gedanken.

Natürlich nutzen wir auch die Gelegenheit die Krippensammlung mit ihren mittelalterlichen Skulpturen und Gemälden, den barocken Jesuskindern und Klosterarbeiten zu bestaunen und uns an der Vielzahl der Krippen aus Bayern, Böhmen und Tirol, aus dem Erzgebirge und aus Italien zu erfreuen.

Er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen.

Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Dieser Satz aus dem Psalm 91 der Bibel steht auch über dem Beginn des neuen Jahres 2024. Wir Schwestern beten diesen Psalm gerne bei der abendlichen Komplet. Der Psalm 91 ist ein Gebet des Vertrauens, das vermutlich nach dem babylonischen Exil entstanden ist. Angesichts der vielen Gefährdungen des Lebens wendet sich der Dichter des Psalms vertrauensvoll an Gott, der Zuflucht und Burg ist. Angesichts der genannten Gefahren verweist der Psalmist auf den helfenden, beschützenden und rettenden Gott: „Er beschirmt dich mit seinen Flügeln“ (V 4), er ist „Schild und Schutz“ (V 4c) und „er befiehlt seinen Engeln, dich zu behüten auf all deinen Wegen.“ (V 11) Am Schluss des Psalms ergreift Gott selber das Wort: „Ich will ihn retten und schützen, … ich reiße ihn heraus … und sättige ihn mit langem Leben“ (V 14–16). Was für eine Zusage, die Gott da gibt!! Inmitten einer Flut von Gefährdungen gibt er Leben und Heil. Genau das brauchen wir in den Krisen unseres Lebens.